Jahreshauptversammlung KFV Lindau 2026

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27.03.2026
Die Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverband Lindau (B.) fand in diesem Jahr in Maria-Thann statt.

Die Zahl der aktiven Mitglieder in den 27 Freiwilligen Feuerwehren und drei Werks- beziehungsweise Betriebsfeuerwehren (Liebherr-Aerospace, Lindauer Dornier und Cooper Standard) im Landkreis Lindau steigt stetig. 1703 Aktive gab es Ende 2025 – und damit 166 mehr als noch vor drei Jahren.

Dieser positiven Zahl steht eine negative Entwicklung bei den Atemschutzgeräteträgern gegenüber: Hier ist die Zahl auf 734 gesunken und es gilt, „die Quote zu verbessern“, wie Kreisbrandinspektor Paul Sporrädle (Wasserburg) bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) feststellte.

Vertretung des Kreisbrandrates

In ungewohnter Rolle sah sich Sporrädle, hatte er die Kommandanten, ihre Stellvertreter, die Vorsitzenden der Feuerwehrvereine und zahlreiche Bürgermeister bei der Versammlung in Maria-Thann doch in Vertretung des erkrankten Kreisbrandrates Wolfgang Endres zu begrüßen und auch dessen Bericht zu halten.

1193 Einsätze gab es im vergangenen Jahr – ein Rückgang um 707 gegenüber 2024. Das war dem Wetter zu verdanken – denn große Stürme oder starke Schneefälle, die ansonsten zu Technischen Hilfeleistungen führen, blieben 2025 aus. Auch die Zahl der Brandeinsätze ging um 69 auf 381 zurück. Doch sie waren teilweise sehr intensiv.

Die größeren Einsätze

Gleich mehrere größere Alarmierungen gab es, so beim Brand eines Hochdruckreinigers in einer Tiefgarage sowie bei einer starken Rauchentwicklung in einem Supermarkt in Lindenberg. Auch ein Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Lindau, der Brand im Feuerwehrhaus in Simmerberg und der Dachstuhlbrand des ehemaligen Bahnhofhotels in Röthenbach beschäftigte jeweils gleich mehrere Feuerwehren.

Sie waren auch rund um die Evakuierung eines Zuges im Bahnhof Hergatz und bei über 50 Unfällen gefragt. Drei leichtverletzte Aktive gab es während der Einsätze. Vorbereitet haben sich die Feuerwehren auch mit zahlreichen Löschkreisübungen und im Rahmen der großen Katastrophenschutzübung im Oktober in Scheidegg und Ebratshofen.

Gewerbe- und Wohnbaugebiete im Landkreis wachsen weiter. Hier müsse sich jede Kommune die Frage stellen, ob die Feuerwehr mitwachse, sagte Sporrädle. Aktuell stehen Erweiterungen der Gerätehäuser in Opfenbach und Stiefenhofen an. Neubauten sind in Lindau (Wache Nord), Niederstaufen und Weißensberg in Planung.

Sieben neue Fahrzeuge haben die Landkreis-Feuerwehren 2025 erhalten, weitere zwölf Fahrzeuge sind in Planung. Ein „leidiges Thema“ aus Sicht von Sporrädle: Die Beschaffung eines neuen Bootes für die Ölwehr am Bodensee „hängt in München“. Hier sei der KFV „nicht vorangekommen“.

21 Jugendfeuerwehren im Kreis

Über die Fachbereiche informierten die jeweils Verantwortlichen. So ist Thomas Dirheimer (Lindau) für die 21 Jugendfeuerwehren im Landkreis zuständig. Sie haben insgesamt 240 Mitglieder und bereiten sich auf den aktiven Dienst vor. Der für die Ausbildung zuständige Kreisbrandmeister Max Mangold (Weiler) richtete den Appell an alle Feuerwehrler, sich auch als Ausbilder einzubringen.

Alexander Blenk (Weiler) warb für eine Tätigkeit als Schiedsrichter. Denn längst nicht aus allen Feuerwehren sind Mitglieder auf Landkreis-Ebene aktiv. Dieter Hermann (Lindau) machte aus Maschinisten-Sicht und als Elektriker auf ein Problem aufmerksam. Danach verfügen aktuelle Stromerzeuger nicht mehr über eine Prüfeinrichtung. Das entspreche zwar den neuen Standards – gefährde aber die Feuerwehrler: „Hier droht ein elektrischer Schlag“. So warb er dafür, dass die Kommune das zusätzliche Geld für die Prüfeinrichtung investieren sollten.

Schutzkleidung soll einheitlich werden

Markus Barnsteiner (Ostallgäu), Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes, stellte die Image-Kampagne „Familie 112“ sowie Details zur bayernweiten Sammelbestellung von LF10-Fahrzeugen vor. Auch einheitliche Schutzkleidung soll es nach dem Willen des Verbandes künftig wieder geben. Lobende Worte gab es schließlich von Landrat Elmar Stegmann. Das Engagement der Feuerwehren sei „nicht hoch genug zu würdigen“, stellte er fest. Auch die Jugendarbeit sei „von unschätzbarem Wert“.

Text Olaf Winkler